Der See sieht so appetitlich aus in der Sonne, gesäumt von Fichten und Birken.
Jemand sagt: “Hier ist doch Kanada!”
“Na klar!” ein Andrer.
Bunte Menge tanzt zu bunten Beats. Auf die drei Meter hohe Box klettert ein blondes Mädchen mit schneeweißem Rock. Sie hält ihn fest, Sekunden später regnet es Rosenblütenblätter in die Meute, alle schreien, freuen sich, Sonne im Gesicht, Bass im Ohr, noch ein Tor! Ein großes gelbes Blütenblatt landet auf meinem Mund, ich zerkaue es lachend.
Nebe dem DJ-Pult ist der Eingang zum Wasser, große und kleine Menschen ziehen die bunten Textilien aus, bis sie alle, alle rosa sind. Oder braun.
Rennen ins Wasser.
Eine Frau mit blondem Stoppelhaar wackelt in den See, ihr enormer Hintern wippt nach. Alle sehen so unterschiedlich aus, kein Arsch, kein Lachen gleicht dem andern. Alle freuen sich übermäßig über die Natur, die Musik und übereinander miteinander.
Ein Schwede mit weißblondem Seemannsbart läuft strahlend ans Ufer. Mit dem Zahn um den Hals sieht er aus wie aus einem Abenteuerfilm.
Drei Freunde mit richtig gutem Hoffmann-Zuckerli im Blut liegen auf dem Rücken, die Arme aufgestützt, beobachten grinsend das nackte Spektakel vor stahlblauem Himmel.
Das Wasser sieht so appetitlich aus.
Drei Köpfe denken synchron: Fluten!
In Rekordzeit reissen wir uns die Klamotten vom Körper, rennen ins Wasser.
Als es knietief ist, tauche ich unter, kühl, warm, klar, nass schwirbelt es um meine Ohren.
Wie gut sich nackte Brüste beim Schwimmen anfühlen! Lautes Jauchzen.
Neben mir strahlende Zahnreihen in Sonnengesichtern. Wir planschen, auf dem Rücken, auf dem Bauch, in den See. Atmen laut.