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Der Spatz im Zoo

Bin fröhlich wie der Spatz im Zoo

er fliegt über die Tiere,

ihm ist halt so.

Er müsste hier nicht sein.

Er ist dabei, gehört nicht dazu,

er hat frei.

Und kann fliegen.

Kann nicht verlieren, kann nicht siegen.

Kann steigen, kann fallen.

Und wenn er nicht aufpasst

gegen Glaswände knallen.

Kann zwitschern im Wind

und kacken von Bäumen.

Kann bei den Zebras

von Savannen träumen.

Bis nach Käfigschluss bleiben.

Oder es lassen,

sowieso.

See u Site Fragment

Der Himmel lässt in sich hinein blicken.

Wölkchen, scharfe Kanten in Weiß gegen

blaue, grüne Wipfel,

rauschende Zipfel wiegen im Wind.

Nackte Füße laufen auf Ihnen, im Himmel.

Kein Mensch.

Auf der Lichtung eine Fläche

von langfaserigem Gras,

ein Ablageplatz für Elche.

Ungestört liegen drei Menschen dort.

Sind durch weiches Moos gelaufen.

Durch den Wald an die Lichtung.

Der Rest ist Wahrheit und Dichtung.

ostsee

Nach der Sauna laut und schnell

in die See gerannt,

das Herz schlägt lauter

als die Wellen an den Strand.

Warme weiche Füße treffen

kühlen, rauhen Sand.

Bin nackt und trotzdem unerkannt.

meer

meer

Tausend kleine Nadelstiche

salzige, algige Meeresgerüche

Räucherfisch aus Seemannsküche;

Wind fegt Körnchen ins Ohr,

die findest du noch in zwei Wochen.

Abend- Zeit zum Dichten…

Das gerade verdämmerte Abendlicht
verschwand im Westen,
in allen Himmelsfarben;
nun liegt die Stadt vor mir,
friedlich beleuchtet,
Haus an Haus,dicht,
der Abendstern flimmert über Ihr,
die Silhouetten der Berge zeichnen
eine rahmende Linie und begrenzen
die Nähe
von der Ferne.

Leuchtet Ihr mir heut´ Nacht, Ihr Sterne?
Ihr, die ihr Antwort auf alles seid,
die Tröster meiner Schlaflosigkeit,
Nachhaus, nachhaus,
wogegen alles strebt,
dorthin,wo im Winter die Wärme lebt…

Beschwichtigend taucht die Dunkelheit
die Welt in ihr eigenes Licht,
in ihr versinken will ich,
hier, wo ich stehe,
erreicht sie mich nicht.

Zu den geheimen, wahren Welten,
die sich nur den schlaflosen,
in die Nacht verliebten, angstlosen
Wesen erschließen,
für deren Seele
die Probleme und Gesetze des Tages
nicht gelten.

Tiefer, tiefer
strebt es in mir,
Wahrheit, Wahrheit,
warum bin ich hier?

Trost und Wahrheit,
Natur und Geist,
deine Welt,
den Weg zu ihr…

23.10.2001