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Dickes Demütiges Danke

Es geht beim Dicken Demütigen Danke darum, dass

… die eigenen Worte manchmal nicht reichen, um etwas treffsicher zu beschreiben, das Bedürfnis danach aber gross ist.

Kennt man. Dann finde ich andere, viel bessere. Besser, um mich zu trösten oder meinen Gemütszustand zu beschreiben. Oder einen gesellschaftlichen Zustand. Dann leihe ich mir diese Worte, Produkte fremden geistigen Schaffens.

Ich zahle dann keine Gema dafür, sonder bedanke mich und verbreite sie. Verneige mich in Gedanken vor der sprachlichen Eleganz, der Originalität,der Schönheit der Sprache, der Treffsicherheit. Schönheit will ja verbreitet werden. Und wahre Schönheit kostet auch nix. So stelle ich diese dankenswerten Worte hierhin, auf meinen Blog.

Heute:

Heute ein dickes demütiges Dankeschön an Jochen Distelmeyer, für diesen Satz.
Wenn es auch ein indirektes Zitat ist -Rocko Schamoni zitiert in seinem Debutroman Jochen.
Blumfeld- Fans, zu denen ich mich nur am Rande zähle- kennen das Gefühl des “Sich- Verstanden- Fühlens” von den Liedern über Welt, Liebe, Schmerz, etc…

Aber mein Herz jauchzt kurz, wenn ich mir vorstelle, Jochen sitzt bei einer Besprechung, hört eine halbe Stunde zu, um dann hiermit zu antworten:

“Weg ist klar, Ziel ist klar, die Zeit der Grabenkämpfe ist vorbei, wir müssen unsere sensitive Produktivität bündeln, intellektuelle Zärtlichkeit kann als Waffe ungemein klärend wirken, legen wir uns auf den Boden und schießen uns selber ab!”
jochen distelmeyer

WORD.

MFG Erlangen- Stuttgart…oder viele Arten von “Anders”

Oleg ist IT Berater und nimmt 12 Euro dafür, dass er die beiden anderen Mitfahrer und mich drei Stunden vollquatscht. Jeder Satz beginnt mit : „ICH….blablabla“. Von seinem Leben und seiner Denkweise weiss ich nach einer Stunde schon mehr als von manchen alten Freunden.

Fragen stellen wir wenige, aber das ist auch nicht nötig. Ich weiss jetzt mehr über die Herstellung von Autoteilen bei BMW, Müllverbrennungsanlagen, die politischen Zustände in Bulgarien, Hitler, Putin und die CSU als noch am Morgen.

Die beiden anderen Mitfahrer sind ein Pärchen. Ulli und Fabian sehen aus wie modisch aufgeweckte, gebildete Mitzwanziger, unverdächtig, mit wachem Blick sehen sie mich vom Rücksitz aus an.

Sie sind Zeugen Jehovas und haben die letzten zwei Jahre in Paraguay verbracht. Leben von Ihrem Ersparten und missioinieren nebenbei die katholisch-schamanischen Ureinwohner. Fabian hat BWL studiert an der Berufsakademie bei Siemens und wusste schon während des Studiums, dass er nicht der richtige ist für einen Bürojob. Ulli hat eine Ausbildung gemacht als Fachfrau für visuelles Marketing.

Als ich auf Olegs Berufsbeschreibung – IT-Berater- mit spöttischem Unterton erwidere: „Ah, Con-sul-tant!“ lachten wir.

Ja, eine Putzfrau heisst ja heute auch Facility Manager!“, kichert Oleg, und sein dicker Bauch wackelt hinterm Steuer.

„Und ein Head of Facility Management is ooch bloss n Hausmeister“, bemerke ich.

Ok, Ulli ist “Fachfrau für visuelles Marketing, in alt- deutsch also ausgebildete Dekorateurin. Und die Botschaft Jesu ist ihr wichtig. Warum auch nicht. Ich habe da nix gegen, sollen die mal.

Als ich 13, 14 Jahre alt war und oft allein zuhause, habe ich die Zeigen Jehovas auch ein paar Male reingelassen, sie zum Kaffee eingeladen, mir Bücher mit Bildern vom Paradies schenken lassen:  hübsche Frauen in griechisch anmutenden Togas, die auf grün- beblumten Wiesen stehen und Löwen streicheln. „Mirkaufetnix“- rauskomplementieren kann ja jeder. Ausserdem kann ich ja jetzt nicht fliehen. Also höre ich mir an, was sie zu sagen haben.

Es ist sehr anstrengend, anders zu sein“, sagt Oleg.

Ich lache auf. „Das könnte ich mir auf ein T-Shirt drucken“, sage ich, um meine Reaktion zu erklären.

Hundert Kilometer weiter auf der grell sonnigen Autobahn weiter, Kant haben wir diskutiert, Fabian kann den Kategorischen Imperativ im Original- Wortlaut wiedergeben, ich nur sinngemäss.

So viel IQ in diesem Auto auf einmal hatte ich noch nie“, ruft Oleg, begeistert und verwundert. „Ich rede so, was mir auf der Zunge liegt, ich bin sehr direkt.“

Er sieht die Welt “wie sie ist” und das bedeutet bei Oleg schwarz- weiß, aber eigentlich schwarz. Wir sind sehr verschieden.

Die meisten fahren nur einmal bei mir mit“, sagt Oleg fast am Ende der Fahrt. „Das hättest du uns mal vorher sagen können“, erwidere ich. Wir lachen alle laut und verabschieden uns schnell.

 

Eine Woche später klingelt mein Handy. Oleg ruft an.

Er stammelt eine Weile unverständliches Zeug. Ich glaube, er will anbandeln. Weil er sich verstanden gefühlt hat vielleicht. Weil er denkt, ich sei auch anders.

Wie viele Arten von anders es wohl gibt?

Bild von einem Mann

Du bist für mich

eine federleichte Möglichkeit

dringst in mein Ohr

mein Herz, aber

zu laut, zuviel bist du nie.

Und deine Höhe passt genau

zu meiner

-ich bin eine grosse Frau-

und du nervst niemals,

ich mag dich gern, wenn du so bist

und

müde, fröhlich und entspannt.

Bist du ein Bild von einem Mann.

Bestellung Berlin Teil 3: ein bisschen Geld, ein bisschen Liebe

….oder:

auf Selbstzerstörungskursk im multinationalen Urban Jungle

Überraschung: mehr Rumknutschen macht nicht weniger einsam. Binge-drinking auch nicht. Das hilft alles nichts. Eine Strip-Tänzerin, ein Schauspieler, eine Blondine in Netzstrümpfen und ein Opernsänger weiter….Allein zuhause.

Karriere läuft.

Eine Zusage für Nizza (Universität), eine für Afrika (Entwicklungshilfe) und eine ausstehende für ein hippes Berliner Radio (Volo) weiter

Und der Schnee schmilzt.

Was erstmal für mich bedeutet: ich kann wieder mit High Heels zu Partys gehen und mir einiges an Taxigeld sparen.Und: ohne Jesus- Attitüde über den Kanal in Kreuzberg rennen geht erstmal nicht mehr.

Schön für die Schwäne. Mehr Platz zum Schwimmen.

Das mit dem Auf mich Konzentrieren klappt ganz gut. Trotz wärmerer Temperaturen liegen meine eigenen Liebesprobleme erstmal auf Eis.

Stattdessen löse ich die anderer Leute, zum Beispiel die des Schauspielers, der wahnsinnig verliebt ist in eine Schauspielerin. Die will sich aber trotz grosser Gefühle auf ihre Karriere konzentrieren und nach Hollywood gehen. Er hat Liebeskummer. Und knutscht mit mir. Danach freunden wir uns an. Ich sage ihm, dass Klassefrauen selten mit Worten umzuhauen bzw zu gewinnen sind, sondern eher mit Worten. Also wenn er sie wirklich liebt und sie ihn – obwohl sie nicht mit ihm zusammen sein will- soll er verdammt noch mal Taten sprechen lassen, Nägel mit Köpfen und ihr einen Antrag machen. Im folgenden helfe ich ihm, einen Ring bei Tiffanys auszusuchen für seine Angebetete. Was, wenn sie nein sagt? Ja, was soll schon sein? Dann hat er es wenigstens versucht.

Für was soll man sich denn schon zum Affen machen,wenn nicht für die Liebe???

Na bitte. Wenn sie nach Hollywood geht, dann wenigstens mit Ring. Sonst kann sie auch nicht, wie sie es jetzt tut, von ihm verlangen “auf sie zu warten”….. Da ist mir schon der Hut hoch gegangen….. ein hübscher Schauspieler in den besten der jungen Jahre, der sich für eine karrieregeile junge narzisstische Besetzungscouchsuperfrau aufheben will. Masochismus at its best. So nicht!

Nächste Bekanntschaft:

ein alternder Opernsänger, der nicht nur in seiner Herkunft zerrissen scheint. Halb russe, halb Ami. Seine Kinder und Exfrau in NY, er in Berlin. Geboren in Sibirien, russische Tiefen- Melancholie (“mein Herz ist leer”) gemischt mit amerikanisch anmutender Profanität (“wir sollten uns in Mitte treffen, ist näher an meinem Bett, da landen wir sowieso, oder?”). Der Mann ist so traurig, dass ich mir nicht vorstellen kann, welche Frau mir welchem Herzen oder welchen Titten, welche Musik oder welche Cocktail ihn mal so richtig herzlich zum Lachen bringen kann.

Selbst in meinen vermeintlich verzweifelsten Zeiten in Berlin habe ich das gemacht. Oder wenigstens herzlich geweint. Hauptsache herzlich.

Doch anstatt sich nach einer langen Probe am Theater auf gutes Essen zu freuen, bemerkt er beim Blick auf die Karte, dass er ja einen Burger will…aber dass so ungesund sei….und dass er 5 Kilo zugenommen hat im Winter….aber dass er ja schon Lust hat….”ahhh, fuck it!”…..Minutenlang geht das so.

Selten habe ich jemanden so lustlos sagen sehen, dass er auf etwas Lust hat.

Als ich ihn kennenlernte, sah der Opernsänger auf der Bühne bei der fatalen Burlesque- Veranstaltung nicht halb  so lebensfroh aus wie er beim ersten (und letzten, wer hätts gedacht?) Date verbraucht, verzweifelt und unten mit dem King wirkte. Wie poetisch, dachte ich noch, als er sagte, er kann seit drei Tagen nicht schlafen…

… später stelle sich heraus, dass er den koffeinfreien mit dem normalen Kaffee verwechselt hatte.

Shit happens.

Schon wieder was gelernt. Über Bühnenmenschen unterschiedlichster Couleur.

Wie willst du mich denn nennen?

Deine roten Wangen haben

- und die Schultern, das Profil-

deinen Namen mir verraten,

und mutig benannte ich, was mir gefiel.

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Mittendrin in der Bewegung,

seh ich deine leise Regung

viel Gefühl.

Von Schönheit immer angezogen

bewege ich mich auf dich zu.

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Ich kenne dich nicht,

kann dich nur benennen.

Ich küsse dich auf einem Baum,

deine Augen streicheln einen Ast weiter mein Gesicht.

Dein Kuss noch sanfter als dein Blick.

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Mein Zelt ist viel zu klein

für das, was da passiert.

Für die Jahre, die da zwischen uns sind,

kommen wir uns ziemlich nah.

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Verlegen, verschlafen, verschwitzt, verzaubert.

Too many men

Too many men

wandering.

Too many whens,

too many hows,

too many hands,

too many wows.

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You step along

you look for nothing

you stand alone

and you can breathe.

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Before you have

time to sigh

there is another

coming by.

You don’t know why,

but is so.

You’re feeling low,

they make you high,

you don’t ask why.

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Too many men

approaching

to many whens,

too many hows,

too many hands,

too many wows.

_____________

They say „be mine“

they want me, fine,

they drink my wine

and try to read my eyes.

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One is handsome

one is young

one gifted, well- prepared,

but they’re all strangers

to my heart.

No one can catch it, no one can win.

No one gets his hands

under my skin.

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Too many men

intruding.

to many whens,

too many hows,

too many eyes,

too many lies,

want peace now.

_____________

Give me peace now,

I give myself what they can’t,

gonna give myself some peace now.

I am going to give myself some peace now.

Frau sein

Satire zum Thema Frauen/ Männer

Schminken, bürsten, anziehen, bluten,
flirten, denken und vermuten,

jung und schön und alt und weg,
Brüste- Beine- Bauch- Po- Check,

Schwanger werden, Kinder kriegen,
lieb sein,
Männer nicht verbiegen,

Blumenkranz und Hochzeitskleid,
Sorgerecht und Einsamkeit ,

Bildung, Job und Stöckelschuhe,
Wechseljahre- endlich Ruhe,

Emma, Elle und Frauensender,
Wischmopp, Laptop, Seifenspender,

Faltencremes und Botoxspritze,
Blondieren und Beifahrersitze,

Klischee erfüllen,
Baby stillen,
eierlegende Wollmilchsau,
There´s nothing but to be a

Frau.