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What to do when you don’t know what to do

Here is something that some friends of mine and i worked out when we thought about what to do, what to say to people who do not know what to do in life, who are lost, who need advice, in general.

We are: a brasilian musician and street monkey, an american Kabbala student and piano player, and me,  a german hippie:

PLAN A

Get money (get rich)

PLAN B

Have a plan (or a plane!)

PLAN C

learn how to play the guitar

PLAN D

Multiply everything by O

PLAN E

Tom Waits

PLAN F

Find a way to participate in something good

….

PLAN Z

When all else fails, find out what the dolphins have to say (very important)

*Footnote: if everything else fails, try Tom Waits again.

If you follow these loose instructions, you should be fine…we are very happy that we’ve got several plans now. You too? Feels good, huh? :-)

15.09.2010

xberg, Berlin

Bestellung Berlin Teil 3: ein bisschen Geld, ein bisschen Liebe

….oder:

auf Selbstzerstörungskursk im multinationalen Urban Jungle

Überraschung: mehr Rumknutschen macht nicht weniger einsam. Binge-drinking auch nicht. Das hilft alles nichts. Eine Strip-Tänzerin, ein Schauspieler, eine Blondine in Netzstrümpfen und ein Opernsänger weiter….Allein zuhause.

Karriere läuft.

Eine Zusage für Nizza (Universität), eine für Afrika (Entwicklungshilfe) und eine ausstehende für ein hippes Berliner Radio (Volo) weiter

Und der Schnee schmilzt.

Was erstmal für mich bedeutet: ich kann wieder mit High Heels zu Partys gehen und mir einiges an Taxigeld sparen.Und: ohne Jesus- Attitüde über den Kanal in Kreuzberg rennen geht erstmal nicht mehr.

Schön für die Schwäne. Mehr Platz zum Schwimmen.

Das mit dem Auf mich Konzentrieren klappt ganz gut. Trotz wärmerer Temperaturen liegen meine eigenen Liebesprobleme erstmal auf Eis.

Stattdessen löse ich die anderer Leute, zum Beispiel die des Schauspielers, der wahnsinnig verliebt ist in eine Schauspielerin. Die will sich aber trotz grosser Gefühle auf ihre Karriere konzentrieren und nach Hollywood gehen. Er hat Liebeskummer. Und knutscht mit mir. Danach freunden wir uns an. Ich sage ihm, dass Klassefrauen selten mit Worten umzuhauen bzw zu gewinnen sind, sondern eher mit Worten. Also wenn er sie wirklich liebt und sie ihn – obwohl sie nicht mit ihm zusammen sein will- soll er verdammt noch mal Taten sprechen lassen, Nägel mit Köpfen und ihr einen Antrag machen. Im folgenden helfe ich ihm, einen Ring bei Tiffanys auszusuchen für seine Angebetete. Was, wenn sie nein sagt? Ja, was soll schon sein? Dann hat er es wenigstens versucht.

Für was soll man sich denn schon zum Affen machen,wenn nicht für die Liebe???

Na bitte. Wenn sie nach Hollywood geht, dann wenigstens mit Ring. Sonst kann sie auch nicht, wie sie es jetzt tut, von ihm verlangen “auf sie zu warten”….. Da ist mir schon der Hut hoch gegangen….. ein hübscher Schauspieler in den besten der jungen Jahre, der sich für eine karrieregeile junge narzisstische Besetzungscouchsuperfrau aufheben will. Masochismus at its best. So nicht!

Nächste Bekanntschaft:

ein alternder Opernsänger, der nicht nur in seiner Herkunft zerrissen scheint. Halb russe, halb Ami. Seine Kinder und Exfrau in NY, er in Berlin. Geboren in Sibirien, russische Tiefen- Melancholie (“mein Herz ist leer”) gemischt mit amerikanisch anmutender Profanität (“wir sollten uns in Mitte treffen, ist näher an meinem Bett, da landen wir sowieso, oder?”). Der Mann ist so traurig, dass ich mir nicht vorstellen kann, welche Frau mir welchem Herzen oder welchen Titten, welche Musik oder welche Cocktail ihn mal so richtig herzlich zum Lachen bringen kann.

Selbst in meinen vermeintlich verzweifelsten Zeiten in Berlin habe ich das gemacht. Oder wenigstens herzlich geweint. Hauptsache herzlich.

Doch anstatt sich nach einer langen Probe am Theater auf gutes Essen zu freuen, bemerkt er beim Blick auf die Karte, dass er ja einen Burger will…aber dass so ungesund sei….und dass er 5 Kilo zugenommen hat im Winter….aber dass er ja schon Lust hat….”ahhh, fuck it!”…..Minutenlang geht das so.

Selten habe ich jemanden so lustlos sagen sehen, dass er auf etwas Lust hat.

Als ich ihn kennenlernte, sah der Opernsänger auf der Bühne bei der fatalen Burlesque- Veranstaltung nicht halb  so lebensfroh aus wie er beim ersten (und letzten, wer hätts gedacht?) Date verbraucht, verzweifelt und unten mit dem King wirkte. Wie poetisch, dachte ich noch, als er sagte, er kann seit drei Tagen nicht schlafen…

… später stelle sich heraus, dass er den koffeinfreien mit dem normalen Kaffee verwechselt hatte.

Shit happens.

Schon wieder was gelernt. Über Bühnenmenschen unterschiedlichster Couleur.

Bestellung Berlin: Ein bisschen Geld, ein bisschen Liebe

Ein Leben in einem Robben und Wientjes Pritschenwagen,
eins in einem kleinen Geldbeutel, auf 22 Quadratmeter in Kreuzberg.
Ohne Keller, Kinderzimmer und Kreditkarte.
Es ist weder lang noch kurz her, seit alles sicher und nicht hier war.

„Ich will doch nur ein bisschen Liebe und Geld!“, rufe ich der großen Schwester durch das Handy in die Schweiz, rufe ich in diese Stadt.
Zum Kudamm, nach Westend, Charlottenburg, Mitte, Neukölln, Prenzlauer berg, Kreuzberg. Überall dort habe ich gewohnt.

Nach zwei Jahren, zwei Wintern, sieben Ümzügen, acht Jobs, drei gescheiterten Beziehungen, drei Affären, sieben Männern, sechs Frauen, zwei Totalabstürzen, vierzehn Landfluchten, vier abgelehnten Bewerbungen und zwei Studienanläufen, etlichen neuen Bekanntschaften, drei Gerichtsvollzieherterminen, mehreren tausend Euro Telefonkosten, hundert Taxifahrten, drei BVG- Nazi- Kontrolleuren, über zwanzig Magnumflaschen Cremant und unzähligen Absichtserklärungen, jetzt Schluss mit dem lieben Lotterleben zu machen bin ich bereit.

Ich schreibe über mein Leben in Berlin. Der Stadt, von der ich seit dem ersten Besuch mit 14 Jahren wußte, dass ich sie irgendwann erobern wollte und würde. Meine Träume haben sich seitdem verändert, ich will keine Riesenwohnung mehr am Savignyplatz und jeden Tag im Brel essen (-obwohl das sicher besser wäre als der China-Imbiss „Glück“ in meiner Strasse).

Die Absicht der Eroberung des Terrains, der Herzen und der Ressourcen ist geblieben.

Soweit die Aufzählungen. Angefangen hat es auf dem Flughafen Tegel Ende September 2007,  Studium und ein bisschen Geld in der Tasche, das Highschoolsweetheart am Taxistand. Alles sehr vielversprechend…

hinter mir liegt alles vor mir

Neukölln für Anfänger I

Wie alles begann. September 2007
17. September 2007.Ankunft in Berlin Tegel aus Zürich.

Das dreijährige Studium liegt hinter mir, ebenso der arbeitsreiche Sommer bei der Schwester in der Schweiz.

Das neue Leben beginnt.
Vom grünen Herzen Deutschlands (“seit wann sind Herzen grün?” Rainald Grebe) geht es nach Berlin.

Ich bin arbeitslose Studienabsolventin, die über einige Umwege nicht ihr weiterbildendes Traumstudium (begrenzte Plätze=6) bekommen hat und nun mit einer Menge unfertiger Bewerbungen und Plänen im Kopf dasitzt und sich nach den Öffnungszeiten von Bürgerbüros, Jobcentern und Schufa- Wartezimmern etwas Entspannung gönnt.

Und keine Kohle für Ausstellungen und Lesungen hat.

Und seit zweieinhalb Monaten aus dem Gestellrucksack des besten Freundes lebt.
Vor einem Monat, im Sommer07, saß ich noch am Pool meiner Schwester und las nach getaner Marketingarbeit beim Schwager Günter Walraffs “Ganz unten”. Nun bin ich es. Ganz unten.

Seit zweieinhalb Monaten dasselbe beschränkte Kontingent an Klamotten, schlafen hier und da.

Bin kurzfristig aller Dinge beraubt, die am wichtigsten sind für mein Seelenheil, wenn die äußeren Umstände -wie ich sie gerne nenne- nicht dementsprechend sind: Musik, laut. Und Kleider, bequeme. Einen eigenen Kühlschrank, voll. Telefon, Internet.

Und ein zuhause im Allgemeinen.

Es wird Herbst. Ob meines ausbleibenden Lohnes und meines auslaufenden Status als Studentin leihe ich mir von der bis dato einzigen Berliner Freundin einen Mantel. Meine Sachen sind noch in der alten Wohnung, der alten Stadt.

Nach zweieinhalb Wochen Berlin habe ich es immerhin geschafft, eine akzeptable Unterkunft zu finden. Mit Menschen darin, die mit mir zusammenleben möchten, obwohl sie mich nicht kennen.

7 Jahre habe ich nun mit meinem Freund zusammengelebt. Davor bei einer befreundeten Psychologin am Wochenende. Unter der Woche im Internat mit 50 Leuten.

Jobcenter Neukölln- Endstation Sehnsucht

Aber nachdem mir dieselbe Frage 5 Mal auf verschiedenen Ämtern an verschiedenen Stellen gestellt wird, reichts mir langsam: “UND IHRE ELTERN?”

Ich balle die Fäuste: “Hab ich nicht.”

Sachbearbeiterin: “Aber jeder hat doch Eltern”.

Ich: “Ja, ich wohne aber schon alleine, seit ich 15 bin, also seit 10 Jahren.”

Sachbearbeiterin: “Oh!”

Ja, oh. Die Gesichter rutschen runter, die härteste Amtschimmelin wird weich dabei. Dabei ist es die Wahrheit. Nur eben überzeugend rübergebracht, ohne störende Nebeninformationen und mit dem richtigen Maß an “ich -bin- tapfer- und -beschwere- mich- nicht- über- das -Leben- sondern- bin- dankbar- hier sitzen- zu -dürfen” in der Stimme.
Aber nur soviel, um nicht erbärmlich zu wirken.So behalten die Sachbearbeiter dann auch die Achtung. Und die haben sie sicher wenig gegenüber den “Kunden”, wenn ich mir die Leute in der Schlange vom Jobcenter Neukölln so ansehe…

In der nächsten Folge:

–> Erlebnisse aus “DER SCHLANGE”.

–>Noch mehr Fragen von immer wechselnden Sachbearbeiterinnen