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- Was weiß ich -

..der Gesang der goldglänzenden Strohwitwe unter der Weide am Urbanhafen

Was weiß ich-
die Weide wiegt sich im Wind.
Der Mond ist fast voll und
glotzt mich blöd an.
Ich bin eine Frau und war mal ein Kind.

Für Bäume hat Zeit
eine andre Bedeutung.
So langsam und gleich,
so wiegend und weich
rascheln die langen Blätter der Weide
streicheln mir beinahe mein frisch gewaschenes Haar.
Natürlich wärs lustiger, wärest du da.
Eine viel unterhaltsamere Häutung.

Ich mache mir nichts aus Politik, weißt du.
Nur es tut mir wirklich weh,
die gigantischen Schneisen im Regenwald,
für einen Mahagonibaum.
Wird es Käfern eigentlich kalt?
- oh, ein Otter im Urbanhafen!
(Bewegen  Schwäne die Beine, wenn sie schlafen?)
Und warum ist Vergangenheit immer ein Traum?

Ich tanze um die Weide, ich singe:

Die Göttin der Liebe
ist nicht gern allein,
sie reitet nachts traurig
ihr wildzahmes Schwein.
der Mann stets fort, ein Wald- ein Wandersmann.

Die Göttin der Liebe
soll nicht allein sein.
Ihr Kopf ist vom Herzen nicht zu trennen,
ohne sie zu töten, es ist ein.

Die Göttin der Liebe
Sie lernt den Bruder kennen,
den Geliebten, du kennst
die Geschichte?

Ja, ihr wollt sie auch noch brennen,
wenn in ihr doch schon alles brennt?
Schlecht wisst ihr, wie man Götter tötet,
Die Morgensonne schämt sich nie, sie errötet!

Das war das Lied, die Weide interessiert dieses Lied
kein Stück,
sie neigt sich,
doch ich nehm das nicht persönlich,
gen Mond, ich lehne mich zurück.
-Was weiß ich.

Anmerkung:
“In einer anderen Form begegnet uns Freyja als Kriegerin und Heerführerin. (..) Wenn sie als Walfreyja in die Schlacht zieht, bekommt sie als oberste der Walküren die Hälfte aller Gefallenen zugesprochen, während Odin die andere Hälfte zufällt. Freyjas dritte große und wichtige Charaktereigenschaft ist ihre Gestalt als Seidkundige Zauberin. Mehrmals wird Freyja von den Riesen begehrt, die immer wieder die Asen zu erpressen suchen, um die Liebesgöttin für sich zu gewinnen. Nicht zu Unrecht gerät sie zuweilen in Zorn, wenn die Götter über ihren Kopf hinweg meinen, bestimmen zu müssen, wem sie als Pfand, Gegenwert oder Geschenk auszuhändigen sei. Von Loki und der Riesin Hyndla wird sie hingegen als mannstoll beschimpft, da schon viele der Wanen, Asen und Alben sich ihrer Liebeskunst erfreuen durften. Vier Zwerge fertigten ihr den Halsschmuck Brisingamen an, der ihr den Namen Menglöd (die Halsbandfrohe) einbringt. Als Belohnung hierfür verbringt Freyja mit den Zwergen eine Liebesnacht. In einer anderen Geschichte wird dieser Schmuck von Loki gestohlen, aber von dem Gott Heimdall erfolgreich zurückgebracht. Als Gullweig (Goldglänzende) kommt sie zu den Asen, um diese angeblich zu verführen, worauf man sie wegen ihrer Kräfte dreimal vergeblich zu verbrennen sucht. Später nennt sie sich Heidh (die Leuchtende) und lehrt Odin die Kunst der Seidmagie, die aus verschiedenen Formen schamanischer Praktiken besteht. ” (Wikipedia)

Mein Geburtstagskonzert

“Das Recht auf Weirdness” titelt das Intro- Magazin über das neue Album und die beiden süßen Schwestern überhaupt. Jawollja. Als ich am Vorabend bei Joanna Newsom noch dachte, das sei nicht zu toppen, wusste ich nichts von der bombastischen Live-Wirkung der beiden Zigeunerfeen.

“Mein Leben ist die Hölle. Nur bunt.” So lese ich im Zeit-Magazin heute beim Frühstück von Bernd das Brot (KIKA). Immerhin bunt, denke ich. Wäre das wunderbar, wenn es mehr CocoRosies gäbe:  wilde, schöne Frauen mit Schnurrbärten und Wäscheklammern im Haar.

Bestellung Berlin Teil 3: ein bisschen Geld, ein bisschen Liebe

….oder:

auf Selbstzerstörungskursk im multinationalen Urban Jungle

Überraschung: mehr Rumknutschen macht nicht weniger einsam. Binge-drinking auch nicht. Das hilft alles nichts. Eine Strip-Tänzerin, ein Schauspieler, eine Blondine in Netzstrümpfen und ein Opernsänger weiter….Allein zuhause.

Karriere läuft.

Eine Zusage für Nizza (Universität), eine für Afrika (Entwicklungshilfe) und eine ausstehende für ein hippes Berliner Radio (Volo) weiter

Und der Schnee schmilzt.

Was erstmal für mich bedeutet: ich kann wieder mit High Heels zu Partys gehen und mir einiges an Taxigeld sparen.Und: ohne Jesus- Attitüde über den Kanal in Kreuzberg rennen geht erstmal nicht mehr.

Schön für die Schwäne. Mehr Platz zum Schwimmen.

Das mit dem Auf mich Konzentrieren klappt ganz gut. Trotz wärmerer Temperaturen liegen meine eigenen Liebesprobleme erstmal auf Eis.

Stattdessen löse ich die anderer Leute, zum Beispiel die des Schauspielers, der wahnsinnig verliebt ist in eine Schauspielerin. Die will sich aber trotz grosser Gefühle auf ihre Karriere konzentrieren und nach Hollywood gehen. Er hat Liebeskummer. Und knutscht mit mir. Danach freunden wir uns an. Ich sage ihm, dass Klassefrauen selten mit Worten umzuhauen bzw zu gewinnen sind, sondern eher mit Worten. Also wenn er sie wirklich liebt und sie ihn – obwohl sie nicht mit ihm zusammen sein will- soll er verdammt noch mal Taten sprechen lassen, Nägel mit Köpfen und ihr einen Antrag machen. Im folgenden helfe ich ihm, einen Ring bei Tiffanys auszusuchen für seine Angebetete. Was, wenn sie nein sagt? Ja, was soll schon sein? Dann hat er es wenigstens versucht.

Für was soll man sich denn schon zum Affen machen,wenn nicht für die Liebe???

Na bitte. Wenn sie nach Hollywood geht, dann wenigstens mit Ring. Sonst kann sie auch nicht, wie sie es jetzt tut, von ihm verlangen “auf sie zu warten”….. Da ist mir schon der Hut hoch gegangen….. ein hübscher Schauspieler in den besten der jungen Jahre, der sich für eine karrieregeile junge narzisstische Besetzungscouchsuperfrau aufheben will. Masochismus at its best. So nicht!

Nächste Bekanntschaft:

ein alternder Opernsänger, der nicht nur in seiner Herkunft zerrissen scheint. Halb russe, halb Ami. Seine Kinder und Exfrau in NY, er in Berlin. Geboren in Sibirien, russische Tiefen- Melancholie (“mein Herz ist leer”) gemischt mit amerikanisch anmutender Profanität (“wir sollten uns in Mitte treffen, ist näher an meinem Bett, da landen wir sowieso, oder?”). Der Mann ist so traurig, dass ich mir nicht vorstellen kann, welche Frau mir welchem Herzen oder welchen Titten, welche Musik oder welche Cocktail ihn mal so richtig herzlich zum Lachen bringen kann.

Selbst in meinen vermeintlich verzweifelsten Zeiten in Berlin habe ich das gemacht. Oder wenigstens herzlich geweint. Hauptsache herzlich.

Doch anstatt sich nach einer langen Probe am Theater auf gutes Essen zu freuen, bemerkt er beim Blick auf die Karte, dass er ja einen Burger will…aber dass so ungesund sei….und dass er 5 Kilo zugenommen hat im Winter….aber dass er ja schon Lust hat….”ahhh, fuck it!”…..Minutenlang geht das so.

Selten habe ich jemanden so lustlos sagen sehen, dass er auf etwas Lust hat.

Als ich ihn kennenlernte, sah der Opernsänger auf der Bühne bei der fatalen Burlesque- Veranstaltung nicht halb  so lebensfroh aus wie er beim ersten (und letzten, wer hätts gedacht?) Date verbraucht, verzweifelt und unten mit dem King wirkte. Wie poetisch, dachte ich noch, als er sagte, er kann seit drei Tagen nicht schlafen…

… später stelle sich heraus, dass er den koffeinfreien mit dem normalen Kaffee verwechselt hatte.

Shit happens.

Schon wieder was gelernt. Über Bühnenmenschen unterschiedlichster Couleur.

Heine

Chérie, schon als Mädchen in meinen Träumen

sah der, der mich besucht, so aus wie du.

Formt der Mund ein Lächeln?

Schaut er ernst?

Chérie, wir hätten uns so gut verstanden,

ich wär mit dir zu den Franzosen gegangen,

meine Finger hätte ich

in deinem blassblonden Haar verfangen.

Wie fein und spitz deine Zunge Worte formt,

ich wär nicht nur an deinen Lippen gehangen,

Chérie.

Harry Heine

Du liebstest so viele,

ich steh dir in nichts nach.

Ich dichte Gedichte, ich lichte das Adressbuch,

ziehe das Schnupftuch, vergiess eine Träne, ehrlich,

und ziehe pfeifend weiter.

“Mit Blonden hats ein Ende dieses Jahr!”,

das schwor ich mir schon oft.

Und wenn das Schicksal, die Fügung, an mein Fenster klopft,

ist sie dennoch hell auf dem Kopf.

Ich lache kaum mehr über andre als deine

Worte.

Hab vermessen die Orte,

die Ecken des Gemüts,

aus denen du sprachst.

Du bist tot. Nicht mehr da.

Oh, hätt ich dich gekannt, mit solcher Kunst,

hätt ich dich verführt, dass du nicht mehr wüßtest,

was du schriebst, und wems gebührt,

so hätt ich dich verführt.

Jede Fingerspitze geleckt,

jede kleine Stelle,

die das Beinkleid verdeckt.

So heiß brennen deine Worte,

seit ich lesen kann,

auf meinem Herzen.

Brüder, wenn ich sterbe,

versenkt mich ins Meer“

hast du gesagt.

Wenn meins einst den Dienst versagt,

dann werft mich hinterher,

eine Kühlung tut gut.

Giess Wasser

auf die Glut.

Ich kann deinen Körper nicht lieben,

ich seh dich wohl manchmal in Gesichtern.

Doch die werden selten,

seltener.

Soviel Trost wie bei dir

hab ich in der Bibel kaum gefunden,

auch nicht bei der Mutter,

und bei Martin Walser nie.


Heute gibt es Stuckrad-Barres

und Coldplay- Frontsänger.

Doch keiner kann mich länger fesseln,

ohne Gesicht,

nicht mal,

die Jungs vom KitKat Club

und die meinens nur gut.

Du weisst, die Frauen sind wankelmütig,

hasts selbst geschrieben

und trotzdem geliebt!

In mir hättest du deinen Meister gefunden!

Ich kann lieben! Warm, lang und gut.

Zitat.

Beglücken mit Gefühl und Küssen,

und dann verraten, wie gebräuchlich“.

Und wenn ich ehrlich bin, verliebe

ich mich mit Vorliebe mich

in Kerle, die dir gleichen.

Unbewußt

zieht es mich

an die ewig unbehaarte Männerbrust.

Deine Worte, Stirn und Augen,

Gedanken und Geschichte,

was kann man sonst noch lieben?

Reicht das nicht?

Doch dein Gesicht werd ich nie streichen,

nie deine langen Männerwimpern erreichen mit meiner Wange.

Du bist schon tot.

Ich bange.

Noch.

Die Schatten der Frauen

Die Schatten der Frauen
an die du Hand und Herz gelegt,
sind weit und noch nah
legen sich dunkel auf meine Seele und verfärben
meine Liebe zu Tinte.

Selbst in der Nacht sind sie da,
sie kommen im Schlaf
sie legen Ringe
um mein Herz, meine Lunge
sie kommen mir zu nahe
und machen mich schaudern.

Ich sehe die Schatten um deine Zunge wenn du sprichst
sie werden zu Gespenstern,
lachen mich aus,
stehen in deinen erleuchteten Fenstern.
Du bleibst, scheinst, bist ahnungslos
und ungehalten,
wenn ich schreie, mich erbreche
vor den Schatten und meinem Verhalten.

Frau sein

Satire zum Thema Frauen/ Männer

Schminken, bürsten, anziehen, bluten,
flirten, denken und vermuten,

jung und schön und alt und weg,
Brüste- Beine- Bauch- Po- Check,

Schwanger werden, Kinder kriegen,
lieb sein,
Männer nicht verbiegen,

Blumenkranz und Hochzeitskleid,
Sorgerecht und Einsamkeit ,

Bildung, Job und Stöckelschuhe,
Wechseljahre- endlich Ruhe,

Emma, Elle und Frauensender,
Wischmopp, Laptop, Seifenspender,

Faltencremes und Botoxspritze,
Blondieren und Beifahrersitze,

Klischee erfüllen,
Baby stillen,
eierlegende Wollmilchsau,
There´s nothing but to be a

Frau.