Monatsarchiv: September 2011

Fröhliche Vorherbststimmung auf dem Neuköllner Friedhof, vom Küchenfenster aus besehn

Ulmen, Kastanien, Fichten, junge Birken, Ebereschen und Buchen wachsen auf dem Friedhof der St. Thomas- Gemeinde in Neukölln. Das Gras auf diesem verschlafenen Fleckchen Grosstadt hat sich dieses Jahr schon Ende September bräunlich verfärbt. Eine schwarz- weisse Katze streift über den einsamen sonnenbeschienenen Friedhof. Sanft streift ein Vormittagswind die Kronen der hohen, schlanken Laubbäume. Eine kleine Oase inmitten eines Viertels, dass sonst als sozialer Brennpunkt gilt.

Gräber stehen auf dem Friedhof vom Küchenfenster des Dritten Stockes, dass zum Hinterhof hinausgeht, wenig.

Könnten nicht zehnmal soviele Blätter an einem Baum sein? Dann würden die Blätter länger fallen und diese Herbststimmung viel länger dauern.
Ein wenig märchenhaft sinken sie bei jedem Windstoss durch die sonnige Herbstluft auf den weichen Boden, auf die spärlichen Gräber…
Vergänglich wäre diese Zeit trotzdem, nur eben lääänger….

Notiz an mich selbst: herausfinden, in welchen Ländern der Welt der Herbst länger dauert!

Herbstanfang 2011 in Berlin

Die Vaterlosen

Wir zwei

leben mit Gespenstern
erkennen ohne Worte das Ungesagte
lautlosen Kummer des Anderen

im Anderen.

Wir stapfen tapfer
durch Gezeiten und Breiten

stehn in erleuchteten Fenstern

sehn hinaus ins Dunkle und suchen

stets das Licht.

Wir haben uns
erkannt und lieb
zwei einander Unbekannte

einander zugewandte Kinder

im Mangel vereint

spenden wir uns Glück

im Überfluss.

für C.

Berlin im September 2011

Satori

satori

Berühmte Zitate, die kaum einer kennt. Teil 7

In girum imus nocte et consumimur igni