John Lennon Honigmensch

http://www.youtube.com/watch?v=9cGBsTcA-5o&feature=related

„Love is real, real is love“, sang John Lennon wie ein Mantra mit seiner Samtstimme. Ein Kind der Liebe war er, ein Mensch der Sorte Honigmensch, wie ich sie gern nenne. „Love is free, free is Love“, sang er und er sang es wie ein Mantra, ein Gebet. Die allumfassende Kraft der Liebe floss ungefiltert durch ihn durch, hatte ich manchmal den Eindruck, wenn ich seine frühen Studioaufnahmen hörte.

Ich habe ein Lied geschrieben, inspiriert durch Lennon, gewidmet einem anderen seltenen Exemplar von Honigmensch…

Honeymoon child
I smell your hair
honeybear man
I am so there
honeyhoneybunny
too sweet to bear

honeywineskin
so wanting to be in
this goopy- sticky honeymoment forev er
forever is now
now is golden, sweet golden forever. 

time is running slow like honey
in the space between our eyes
sun shines through
makes us look golden and divine
you’re divine

honeywineskin                                                                                                                  honeywineskin                                                                                                               honeywineskin…

And the feeling in my tummy
is golden, warm and funny
is golden, warm and sunny
is like the sun that shines
on my skin

just like the rays that come through my window
before twilight sets in
tickles on my skin, tickles my chin.

honeywineskin                                                                                                                        honeywineskin                                                                                                                  honeywineskin

A movie about the end of the world

Let’s go and watch a movie

about the end of the world

and afterwards pretend that its real

and smash the system or at least some windows

on our way home.

Let’s go and watch a movie

about the end of the world

and then see how we feel

we could kiss and make out

like there will be no tomorrow.

Let’s go and watch a movie

about the end of the world

and leave before its over

and spend some time feeding doves with rice

just to watch them explode.

it could all be over tomorrow, you know

your teethache, your dayjob, your drug addiction,

your sorrow, the brain fuck, your debts, unfair eviction

dirty handles on the train, the constant fear, the feeling of shame

the end could be near!!!

Let’s go and watch a movie

about the end of the world

afterwards, we could plant a tree,

bury our childhood dreams beneath

and built a cardboard house to fuck in

one last time…

Lied inspiriert durch den Wunsch, den neuen Lars von Trier Film zu sehn und einer Weltrevoltion beizuwohnen.

19.10.2011

Fröhliche Vorherbststimmung auf dem Neuköllner Friedhof, vom Küchenfenster aus besehn

Ulmen, Kastanien, Fichten, junge Birken, Ebereschen und Buchen wachsen auf dem Friedhof der St. Thomas- Gemeinde in Neukölln. Das Gras auf diesem verschlafenen Fleckchen Grosstadt hat sich dieses Jahr schon Ende September bräunlich verfärbt. Eine schwarz- weisse Katze streift über den einsamen sonnenbeschienenen Friedhof. Sanft streift ein Vormittagswind die Kronen der hohen, schlanken Laubbäume. Eine kleine Oase inmitten eines Viertels, dass sonst als sozialer Brennpunkt gilt.

Gräber stehen auf dem Friedhof vom Küchenfenster des Dritten Stockes, dass zum Hinterhof hinausgeht, wenig.

Könnten nicht zehnmal soviele Blätter an einem Baum sein? Dann würden die Blätter länger fallen und diese Herbststimmung viel länger dauern.
Ein wenig märchenhaft sinken sie bei jedem Windstoss durch die sonnige Herbstluft auf den weichen Boden, auf die spärlichen Gräber…
Vergänglich wäre diese Zeit trotzdem, nur eben lääänger….

Notiz an mich selbst: herausfinden, in welchen Ländern der Welt der Herbst länger dauert!

Herbstanfang 2011 in Berlin

Die Vaterlosen

Wir zwei

leben mit Gespenstern
erkennen ohne Worte das Ungesagte
lautlosen Kummer des Anderen

im Anderen.

Wir stapfen tapfer
durch Gezeiten und Breiten

stehn in erleuchteten Fenstern

sehn hinaus ins Dunkle und suchen

stets das Licht.

Wir haben uns
erkannt und lieb
zwei einander Unbekannte

einander zugewandte Kinder

im Mangel vereint

spenden wir uns Glück

im Überfluss.

für C.

Berlin im September 2011

Satori

satori

Berühmte Zitate, die kaum einer kennt. Teil 7

In girum imus nocte et consumimur igni

Flashmob für die Aufnahme von schutzbedürftigen Flüchtlingen in Deutschland

Vor dem *Saturn (Kaufhaus)* auf dem *Alexanderplatz*

*23. Juli von 11:55 Uhr bis 12:10 Uhr

Die Save me Kampagne ruft in Berlin und anderen Städten zum Flashmob
auf, um auf die Situation von Flüchtlingen in Nordafrika und dem Nahen
Osten aufmerksam zu machen und ihre Aufnahme in Deutschland zu verlangen.

Kommt am 23. Juli um 11:55 Uhr auf den Alexanderplatz ! Bringt
Schwimmflügel, Rettungsringe, Gummiboote und sonstige Badesachen mit !
Fordert ?Save Me !? auf Schildern und Transparenten !

Die politischen Umbrüche in Tunesien und Ägypten und die Kämpfe in
Syrien und Libyen zwingen viele Menschen zur Flucht. Auch Menschen aus
Somalia, Eritrea, Sudan, Irak und anderen Ländern, die in Libyen
Zuflucht gefunden hatten, befinden sich erneut in akuter Bedrohung.
Viele von ihnen wurden vom UN-Flüchtlingswerk als schutzbedürftige
Flüchtlinge anerkannt und können auf lange Sicht nicht mehr in ihre
Herkunftsländer zurückkehren. Auch in der Türkei sitzen tausende
Menschen fest, denen die türkische Regierung keinen ausreichenden Schutz
gewährt.

Das UN-Flüchtlingswerk hat wiederholt an die EU-Staaten appelliert, sich
an der Aufnahme von Flüchtlingen aus den Krisengebieten zu beteiligen.
Weil die europäischen Staaten bisher kaum auf diese dringenden
Forderungen reagierten, sehen viele Menschen nur einen Ausweg: die
lebensgefährliche Flucht über das Mittelmeer. Über 1600 Menschen sind
dabei seit Anfang 2011 ums Leben gekommen.

Europa muss endlich Verantwortung übernehmen! Deshalb fordern wir von
der Bundesregierung die Aufnahme von schutzbedürftigen Flüchtlingen aus
Nordafrika und dem Nahen Osten und die regelmäßige Aufnahme und
Integration von Flüchtlingskontingenten über das Resettlement-Programm
der Vereinten Nationen.

*Deshalb: kommt am 23. Juli um 11:55 Uhr mit Rettungsringen, Badesachen
und Transparenten zum Flashmob auf den Alexanderplatz (Vor dem Gebäude
des Saturn Kaufhauses)!
*
*Bitte leitet dieses Nachricht an möglichst Vielen Personen weiter!!!*

Auf facebook: http://www.facebook.com/event.php?eid=211438605568483

Im Netz: http://www.save-me-berlin.de/terminleser/events/flashmob-fuer-die-aufnahme-von-schutzbeduerftigen-fluechtlingen-in-deutschland.html

Berühmte Zitate, die kaum einer kennt. Teil 6

"Links von mir ist doch nur nohc die Wand!"

Das Konzept: Kein Konzept!

Die Lesedüne feiert 5- Jähriges Jubiläum

Unter dem Motto „Berlin ist Treibsand“ liess sich die Lesedüne nun die letzten 5 Jahre durch die Hauptstadt treiben…vom ersten betrunkenen Auftritt am Bundespressestrand übers Edelweiss im Görlitzer Park bis in den Monarch am Kottbusser Tor.

Und genau dort, im Herzen des deutschen Grosstadtwahnsinns wurde Ende Mai dann auch gefeiert.

Um die 450 Gäste kamen in den Festsaal Kreuzberg, um Marc-Uwe Kling und Sebastian Lehmann, Maik Martschinkowsky und Kolja Reichert …und Neuzugang Julius Fischer lesen zu hören.

One in, one out: Kolja Reichelt verlässt die Lesedüne, dafür kommt Julius Richter, der eigentlich in Leipzig wohnte

Nach einer kleinen Ansprache von Marc-Uwe ging es los, mit einem Text über die Lesedüne.  Zur Feier des Tages ein wenig Selbstreflexion . Wenn man Geburtstag hat, geht das schon klar.

Wie kann das eigentlich sein, dass wir so lange funktioniert haben? fragen sich die Jungs. Jeder der vier hat so seine Herangehensweise und eigene Vorlieben…Alle verbindet die Liebe zum „systemrelevanten Humor“.

Und schliesslich haben sie ein Konzept: kein Konzept!

Sebastian Lehmann las aus seinem neuen Buch mit dem entzückenden Namen: „Sebastian, oder: das Leben ist nur ein Schluck aus der Flasche der Geschichte“.

Nervige Fragen von Verwandten auf Familientreffen bezüglich der eigenen Berufswahl und Zukunft war das Thema….“Kann man davon leben?“.

Am Titel merkt man es schon: Sebastian schreibt meist –oder immer- über sich und was er erlebt, der persönliche Blick ist immer da und auch wichtig. Gesellschaftskritik ist wichtig und gut, aber um glaubwürdig zu sein, darf man nicht aufschneiden und nicht von Sachen reden, die man nicht selbst erlebt –oder wenigstens richtig gut durchdacht und ausdiskutiert- hat. Wie die anderen drei auch, will sich Sebastian gar nicht so wichtig nehmen. Sie sind  es aber nichtsdestoweniger. Aus der Berliner Poetry Slam- und Lesebühnen- Szene sind sie jedenfalls nicht mehr wegzudenken.

Dota, die Kleingeldprinzessin kam ohne ihre Stadtpiraten und spielte auf ihrer akustischen Gitarre Lieder ihres neuen Albums „Solo Live“, übers Suchen und Finden, in bekannter und geliebter Taschen-Swing-Bossa-Nova- Manier.

Und so weggeweht in die besungenen Landschaften, Wälder und Moore, Wiesen und Stadtgrün war ich da beim Zuhören, dass erst, als sie die Gitarre ablegte, und sich setzte, sah, dass sich da auf dem Liedermacherinnenbauch eine deutliche  Kugel abzeichnete. Dota erwartet offensichtlich Dichternachwuchs! Das könnte eine Erklärung sein für das Leuchten, dass sie irgendwie zu umgeben schien.

„Kommt alle! Es wird schön!“ hiess es auf der Webseite der Lesedüne.

Hach, und das war es dann auch…

Dass dann am Merchandising-Stand zwischen CD’s und Büchern des Kollektivs auch noch Umsonst- Aufkleber mit der Aufschrift „Scheissladen“ auslagen, gefiel mit ausgesprochen gut. Für diese Art von systemrelevanten Humor hatte ich dann auch gleich Verwendung, beim S-Bahn-Fahren heute morgen…

Handschuhe

Liebe Liebe

die lederhandschuhe waren schwarz
mit kaschmirfutter                                                                                                                            du hast sie mir am kuhdamm gekauft, die
frau musste in den keller gehn, weil ich so grosse hände habe
ins lager, ich habe
acht ein halb, wie ein mann

und dann hab ich einen mal verloren
bin in den bus und eine station später raus, zurückgerannt,                                         weil ich gemerkt habe
dass ich was unersetzbares
was unersetzbares verlier.
den rechten.

ich hab ihn wiedergefunden
nach minutenlangem rennen, die mir vorkamen wie stunden
so oft schlug mein herz.

hab die handschuhe behalten als du schon weg warst
um nie mehr wiederzukommen.

dann lieh ich graue aus velours von einem schönen mann
er sagte sie sind zu klein, weshalb er sie selbst nicht anziehn kann,
ich solle sie behalten, ich versuchte es,
doch
in einer verschneiten nacht in friedrichshain verlor ich sie
alle beide, diesmal,
es war mir nicht egal, ich suchte alle strassen ab, allein,
in der nacht.
und als ich sie nicht wiederfand
alleine stand, im schnee
mir tat alles weh,
weil sie verloren waren und
weil sie doch gut passten und nicht ersetzbar waren.

ich hab mir neue geliehn
meine hände warn so kalt im winter
hab sie in der gleichen nacht verloren
sie warn genauso unersetzbar wie deine
sie warn nicht meine.                                                                                                                      sie gehörten der grossmutter meiner freundin, mitbewohnerin,
sie ist sauer und leiht mir jetzt nix mehr aus.

jetzt wird es frühling und meine hände brauchen keinen schutz mehr.
ich lass die sonne drauf scheinen, meine knochen tauen auf

ich leih mir keine handschuhe mehr,ich lass mir keine schenken,
ich lass mir keine vermachen, ich lass mich nie mehr

von handschuhn lenken.

it fits like a glove
but when one is lost and                                                                                                                 you recognize that it was love
it fitted like a glove and                                                                                                             when you are lost it can be a message from above
to look for someone that fits you like a glove
thats not lost so easily,
that is meant from above.

unbehandschuhte hände