Chérie, schon als Mädchen in meinen Träumen
sah der, der mich besucht, so aus wie du.
Formt der Mund ein Lächeln?
Schaut er ernst?
Chérie, wir hätte uns so gut verstanden,
ich wär mit dir zu den Franzosen gegangen,
meine Finger hätte ich
in deinem blassblonden Haar verfangen.
Wie fein und spitz deine Zunge Worte formt,
ich wär nicht nur an deinen Lippen gehangen,
Chérie.

Harry Heine
Du liebstest so viele,
ich steh dir in nichts nach.
Ich dichte Gedichte, ich lichte das Adressbuch,
ziehe das Schnupftuch, vergiess eine Träne, ehrlich,
und ziehe pfeifend weiter.
„Mit Blonden hats ein Ende dieses Jahr!“,
das schwor ich mir schon oft.
Und wenn das Schicksal, die Fügung, an mein Fenster klopft,
ist sie dennoch hell auf dem Kopf.
Ich lache kaum mehr über andre als deine
Worte.
Hab vermessen die Orte,
die Ecken des Gemüts,
aus denen du sprachst.
Du bist tot. Nicht mehr da.
Oh, hätt ich dich gekannt, mit solcher Kunst,
hätt ich dich verführt, dass du nicht mehr wüßtest,
was du schriebst, und wems gebührt,
so hätt ich dich verführt.
Jede Fingerspitze geleckt,
jede kleine Stelle,
die das Beinkleid verdeckt.
So heiß brennen deine Worte,
seit ich lesen kann,
auf meinem Herzen.
„Brüder, wenn ich sterbe,
versenkt mich ins Meer“
hast du gesagt.
Wenn meins einst den Dienst versagt,
dann werft mich hinterher,
eine Kühlung tut gut.
Giess Wasser
auf die Glut.
Ich kann deinen Körper nicht lieben,
ich seh dich wohl manchmal in Gesichtern.
Doch die werden selten,
seltener.
Soviel Trost wie bei dir
hab ich in der Bibel kaum gefunden,
auch nicht bei der Mutter,
und bei Martin Walser nie.
Heute gibt es Stuckrad-Barres
und Coldplay- Frontsänger.
Doch keiner kann mich länger fesseln,
ohne Gesicht,
nicht mal,
die Jungs vom KitKat Club
und die meinens nur gut.
Du weisst, die Frauen sind wankelmütig,
hasts selbst geschrieben
und trotzdem geliebt!
In mir hättest du deinen Meister gefunden!
Ich kann lieben! Warm, lang und gut.
Zitat.
„Beglücken mit Gefühl und Küssen,
und dann verraten, wie gebräuchlich“.
Und wenn ich ehrlich bin, verliebe
ich mich mit Vorliebe mich
in Kerle, die dir gleichen.
Unbewußt
zieht es mich
an die ewig unbehaarte Männerbrust.
Deine Worte, Stirn und Augen,
Gedanken und Geschichte,
was kann man sonst noch lieben?
Reicht das nicht?
Doch dein Gesicht werd ich nie streichen,
nie deine langen Männerwimpern erreichen mit meiner Wange.
Du bist schon tot.
Ich bange.
Noch.